Achte auf deine Gedanken

shanghai
Quelle: http://www.pixabay.com

Einmal im Leben was verrücktes tun. Was erleben. Raus aus dem Alltag, hinein ins Abenteuer. Wer wünscht sich das nicht. Besonders, wenn es mitten im Winter ist und die Nachbarn noch immer über die Müllabfuhr jammern.

‚Ausbrechen aus dem Alltag‘ – diese Gedanken hatte auch ich. Hin und wieder. Mal mehr, mal weniger. Besonders schlimm war es immer, wenn ich vom reisen kam. Und dabei spielt es keine Rolle ob Kurztrips oder lange Reisen. Ob hier in Deutschland oder im Ausland. Wer einmal reist, der will immer wieder fort. Neue Dinge sehen. Neue Menschen und Kulturen kennenlernen. Neue Erfahrungen machen und neue Erlebnisse für die nächste Familienfeier und die tristen Tage mitbringen.

Doch – schade, schade – hatte ich nun zwei Kinder und einen Mann. Wie soll da so ein Abenteuer stattfinden? Klar, wenn ich jünger wäre und ungebundener. Wenn ich eine andere Arbeit hätte. Wenn ich mehr Fremdsprachen sprechen könnte, als dieses Schulenglisch. Aber nun ist das – alles wie es eben ist. Ich liebe mein Familie und unser Leben, schließlich habe ich es mir so ausgesucht. Und trotzdem ist da dieser Wermutstropfen. Der Gedanke: was wäre wenn … !

Und dann war da dieser Tag. Dieser Tag, an dem ich dachte, das Universum schaut in mein Gehirn und sucht nach einer neuen Aufgabe für mich. Der Moment, an dem ich wußte, ab jetzt ist nichts mehr wie es war. Und es wird auch nichts mehr sein, wie es einmal war. Ab diesem Augenblick ist alles anders.


Wenn die Welt dich auf einen Besuch einlädt, dann nimm die Einladung verdammt nochmal an!

Mein Mann arbeitet für eine Firma, welche im Ausland Aussenstellen hat. Diese zu besetzen ist immer wieder spannend, weil die Frage im Raum steht: Wer traut sich? Bei der letzte Besetzung haben wir gemunkelt und das Spiel gespielt: Was wäre, wenn … ?

Was wäre, wenn sie uns fragen? Welches Land würden wir nehmen? Welche Erwartungen verknüpfen wir damit? Was lassen wir hinter uns?

Was wäre, wenn wir uns dann trauen? Was würde sich ändern? Wie würden die Familien und Freunde reagieren? Würden wir es schaffen? Was ist mit den Kindern?

Fragen über Fragen und der Reiz es zu versuchen auf der einen Seite. Die Entspannung diese Entscheidung nicht treffen zu müssen, auf der anderen Seite.

Und dann kam der 07.09.2016 17 Uhr. Genau zu diesem Zeitpunkt wurde mein Mann gefragt. Gefragt, ob er es sich vorstellen kann für 2 Jahre nach Shanghai zu gehen.

BÄHM – und ab diesem Zeitpunkt war alles anders.


Zuerst ist da nichts und dann wächst da ein Gefühl, wie ein zartes Pflänzchen

Als mein Mann mir diese wunderbare? Nachricht zukommen ließ, war da nichts in mir. Kein Gefühl von Euphorie und Vorfreude. Kein Gefühl von Angst und Sorgen. Einfach nichts. Nur der Kopf – ja, der war hellwach. Mein Kopf wägte alle Argumente ab. Die Schale wurde immer schwerer und ich landete mit Migräne im Bett.

Eine Nacht drüber geschlafen. Immer noch nicht schlauer. Nur die Gewissheit, eine Entscheidung muss her. Wenn möglich innerhalb von kürzester Zeit. In diesen Momenten wünsche ich mich an Mamas Seite zurück. Hineingekrabbelt in ihren Schoß. Um zu warten, dass sie die Entscheidung trifft und am Ende alles gut wird. Tja, nun bin ich die Mama und anscheinend auch erwachsen genug, diese Entscheidung mit meinem Mann alleine zu treffen.

Zwei Tage später sah die Welt schon entspannter aus. Denn da, wo am Anfang nichts war, da entwickelte sich ein Kribbeln. Die Idee mal zu recherchieren, wie das Leben sein könnte. Die Neugier, auf die Chance die sich uns bietet.

Die Gespräche mit meinem Mann wurden getragen von einem positiven Gefühl es vielleicht doch zu schaffen? Lieber erfolgreich scheitern, als es gar nicht erst versucht zu haben? Wir haben gelesen, gesprochen, gelesen und wieder gesprochen. Ich mit ihm und er mit mir. Und ich ganz viel mit mir.

Jetzt – 5 Tage später – sagen wir Ja.

Ja, zu dem Abenteuer.

Ja, zur Einladung von der Welt.

Ja, zu der Idee, für eine bestimmte Zeit aus- und aufzubrechen.

Wie es am Ende wird – keine Ahnung.

Allerdings werde ich auf diesem Blog darüber berichten. Über die Höhen und Tiefen. Über das was vor mir liegt und das was hinter mir liegt. Über Sorgen und Ängste. Über Erlebnisse von denen ich jetzt noch keine Vorstellung habe.

Ich freue mich auf eine spannende Zeit und auf dich. Denn wenn du hier liest, dann unterstützt du mich mit deiner Anwesenheit. Dann weiß ich, das mir jemand zuhört. Und das ist eine wirklich wunderbares Gefühl.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

 

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