Kalendergeschichten

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Neues Jahr = neues Glück. So liegt es vor  mir. Weiß und unverbraucht, darauf wartend die leeren Stellen mit Farbe zu füllen. In den letzten Jahren waren hier und da im Kalender schon Termine eingetragen. Besondere Momente auf die ich mit Vorfreude entgegenfieberte. Urlaube, die ich mir bis zum Beginn, mit Reiseführer versüsste. Geburtstage von lieben Menschen, bei denen ich dabei sein durfte.

Jedes Jahr nehme ich meinen neuen Wandkalender und trage all diese Termine ein. Sichtbar. Groß. Bunt. Gespannte Erwartung, gepaart mit einem positiven Gefühl der Freude.

Dieses Jahr tat ich es wieder. Ich nahm den alten Kalender ab und hängt den neuen Datumsgeber auf.  Zuvor jedoch markierte ich wieder die Ereignisse der Zukunft.

Und dann traf es mich. Das Wort ‚Abflug‘ im Juli und die danach herrschende Leere auf den weiteren Seiten – hin bis Weihnachten. Ich weiß, dass ich nach Suzhou fliege. Und ich weiß, dass das 2017 sein soll. Doch nun ist es sichtbar aufgeschrieben. Datiert. Festgehalten.

Bekümmert mich das? Es macht mich zumindest etwas nervös. Bis dahin sind 6 Monate. Durchgeplant mit Ereignisse und Dingen die organisiert werden müssen. Ab dann ist Ungewissheit. Leere Seiten im Kalender sind ungewohnt. Neuland für mich – keine Pläne zu haben. Klar, der Umzug allein ist Abenteuer genug. Und doch zeigen mir die leeren Seiten, dass wir vor Ort keine Freunde haben, die mit uns Geburtstag feiern. Keine Nachmittagshobbys für die Kinder. Keine Verabredungen oder andere Treffen. Mein Kalender spiegelt mir wieder, dass das auf allen Ebenen ein Neustart ist.

Nur das mit den Urlauben – das haben wir schon geregelt. Sowohl für Oktober, wie auch für Weihnachten stehen die Ziele fest. Sie sind die kleinen bunten Notizen in meinem Kalender und wenn ich sie sehe, dann blüht mein Herz auf.

Zudem wird unsere Projekt China noch ein Stück realer. Schließlich konnte ich bis vor 5 Tagen noch sagen: „Im nächsten Jahr ziehen wir um.“ Jetzt heißt es: „Im Sommer sind wir weg.“

Statt nun in die Melancholie zu rutschen und darüber nachzudenken, ob es die richtige Entscheidung ist – komme ich ins Tun. Ich organisiere hier die nötige Papiere, kündige dort die Verträge und nebenbei räume ich meine Praxis aus. Alles Dinge die den Neuanfang  unterstützen.

Kalenderblatt eins – der Januar. Er ist sichtbar und schön bunt, mit all den Ereignissen die in diesem Zeitraum kommen werden.

Ich gehe Schritt für Schritt. Und dann, wenn der Juli ran ist und das Datum mit dem Abflug immer näher rückt – dann weiß ich, dass alles gut wird. Warum? Weil ich seit dem 1.1. darauf hingearbeitet habe.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

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