Umzugskisten – Teil I

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Es geht los – das Kisten packen. Da sich das wahrscheinlich hinziehen wird, werde ich abschnittsweise darüber berichten.

In meinem Leben bin ich 12 mal umgezogen. Davon habe ich 8 Umzüge selbst bestritten. Bei den anderen war ich gefangenes Familienmitglied und durfte mich den Entscheidungen meiner Eltern anpassen. So, wie es meinen Kindern jetzt mit mir geht.

Zum Umzug selber muss ich sagen, dass ich es hasse. Ich mag es weder Kisten einpacken, noch auspacken. Ich mag weder die Unordnung davor, noch kurz danach. Ich kann es nicht leiden, wenn nichts an seinem rechten Platz steht oder liegt. Ich mag noch viel weniger das Suchen nach bestimmten Dingen, weil sie eben schon eingepackt sind oder noch nicht ausgepackt. Wenn die Kisten dann in den Umzugswagen getragen werden, bekomme ich Flachatmung – schließlich könnte die Kisten reißen und meine wertvollen Dinge herauspurzeln. Beim Gedanken daran, dass diesmal ein Container kommt und das ganze dann per Flug- oder Seeweg (je nach Menge der Dinge die mit sollen) transportiert wird, bekomme ich Morgenübelkeit. Nennt mich zwanghaft oder psychisch instabil. Wenn es um meine Dinge geht, da werde ich sehr anhänglich. Vielleicht liegt es am Sternzeichen des Stiers. Diese Menschen haben sich wohl schwer mit Veränderungen und Loslassen. Loslassen und Vertrauen das alles gut geht – das ist so ein Umzug für mich.

Es hilft alles nichts, die Sachen die mit sollen, müssen verstaut werden. Für den Anfang habe ich mir meine Praxis ausgesucht. Da muss nicht viel eingepackt werden und der Weg geht erstmal nur per Auto in unsere Wohnung.

Drei Jahre habe ich in diesen Räumen meine Tätigkeit als psychologische Beraterin ausgeübt. Kommunikationsseminare vorbereitet und durchgeführt. Menschen auf ihrem Weg unterstützt. Mit Kooperationspartner gemeinsame Projekt nach vorne gebracht. Supervisionen zur gegenseitigen Inspiration abgehalten. Diese Räumlichkeiten waren mir so vertraut, dass sie sogar einen eigenen Namen hatten. ‚Till‘ war mein Büro. Mein berufliches Zuhause. Der Beginn in die Selbstständigkeit. Sichtbar werden. Mich zeigen, mit dem was ich kann und wie ich bin.

Und nun ist es zu Ende. Diese Zeit. Ein wenig wehmütig bin ich schon, will ich es mir vielleicht doch gerade nicht so eingestehen. Stattdessen werden aktiv Kisten gepackt. Aussortiert. Weggeschmissen. Entschieden was blieben darf.

Ein letzter Blick. Einmal tief einatmen und dann … Tür zu. Von aussen. Schlüssel rumdrehen und abziehen. Ein letztes Mal.

André Gide (1869-1951), frz. Schriftsteller, sagte mal: “ Wenn sich eine Tür vor uns schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik ist jedoch, daß man auf die geschlossene Tür blickt und die geöffnete nicht beachtet.“

Ich sehe die offene Tür – Gottseidank. Das gibt mir Sicherheit in der ganzen Umzugsgeschichte.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

 

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