Umzugskisten – Teil III

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Erfahrungsbericht von Dschänna

Es ist vollbracht. Unsere Sachen sind in Kisten und diese Kisten auf dem Weg nach China.  Wer den Ersten Teil und den Zweiten Teil dieser sagenumwobenen Geschichte verpasst hat, klickt sich einfach rückblickend durch.

Bis gestern wurde noch sortiert und entschieden, heute um kurz vor 9 Uhr kamen die Männer zum Packen. Da ich besser schreiben und reden kann als rechnen, kann ich mir nicht vorstellen, wie viel 12 Kubik sind. Ja, umgerechnet sind es 12,000 Liter – aber wie viele Kisten sind das? Ein freundlicher Mitarbeiter des Umzugsunternehmen hatte es mir erklärt und eine Stunde später, hatte ich es wieder vergessen.

Das Einzige was für mich sichtbar war, waren die Kisten, die immer voller und die bunten Ecken die nicht kleiner werden wollten. Ganz langsam schlich sich die Panik an. Ich fing an zu schwitzen und überlegte, ob wir wirklich alles brauchen. Ich meine, wir hatten schon reduziert und entschieden. Ich war froh, dass dieser Prozess nun zu Ende war und doch stand ich dann zwischen den Kisten und überlegte erneut.

Natürlich können wir mehr rüberschicken. Jedes Umzugsunternehmen würde sich über diesen Auftrag – rein finanziell betrachtet – freuen. Doch: Ist das nötig? Brauchen wir wirklich jedes Döschen und jedes Brettchen?

Oder ist das jetzt die Chance auf Minimalismus? Die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die mit einem gepackten Rucksack um die Welt reisen, fasziniert mich. Mit so wenig auskommen und nichts vermissen. Ich habe schon eine Träne vergossen als wir unser Auto verkauft haben. Ich meine, es ist ein Auto. Ein Gebrauchsgegenstand, der nun eben nicht mehr gebraucht wird. Gut, ich mache alles und jeden zu einem Familienmitglied. Das liegt an meiner Natur. Ich habe es eben gern persönlich und harmonisch. Das könnte dann aber auch das Thema sein, dass ich so schwer loslassen kann und will.

Ein Teufelskreis wie ich gerade merke.

Nun ja … wir haben also zwischen den ganzen Kisten noch weiter reduziert. Dinge wieder zurück in die Schränke gelegt, um am Ende festzustellen, dass wir hätten noch locker vier Kisten mehr mitnehmen können.

Unsere Wohnung sieht jetzt nicht aus, als würde hier niemand mehr wohnen. Es ist immer noch von allem genug da. Und doch ist sichtbar, dass wir einem Abenteuer folgen.

Falls die Frage aufkommt: Wir behalten unsere Wohnung. Wir haben Wohnungssitter. Familienmitglieder nutzen unsere Wohnung als Urlaubsdomizil und wir während unserer Heimaturlaube. Keine Chance für Leute, die ohne unsere Einwilligung vorbei schauen wollen ;-)

Unser Papa fliegt übermorgen wieder nach Suzhou. Gut, die Kisten werden noch nicht da sein, aber vielleicht schaffen sie es zeitgleich mit uns im Juli.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

 

2 Gedanken zu “Umzugskisten – Teil III

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