Gesundheitscheck zum Zweiten

arzt
Erfahrungsbericht on Dschänna

Um unser Visum zur Einreise nach China zu erhalten, mussten wir in Deutschland einen Gesundheitscheck machen lassen. Nachzulesen: hier.

Dieser fiel ohne Befund aus. Alles schick und auch die Impfungen haben wir alle gut verkraftet.

Nun musste ich, mein Mann war schon, dass ganze hier nochmal machen lassen.

Innerhalb der ersten sieben Tage muss ich zum Medical Check (wie das hier so schön heisst), um mein Einreisevisum in eine Aufenthaltsgenehmigung umwandeln zu können.

Nun könnte man meinen, also ich, dass diese Prozedur eher weniger aufregend sei, da wir ja in Deutschland schon ein Check hinter uns haben und alle Untersuchungsergebnisse vorliegen.

So ein Abenteuer wäre kein Abenteuer, wenn es nicht alles anders kommt als gedacht.

Das beutetet, dass hier niemanden meine Ergebnisse aus der Heimat interessierte und ich alles nochmal machen musste.

Dieser Termin stand dann am Dienstag auf dem Plan. Also fuhren wir nach Wuxi zur Behörde. Optisch könnt ihr das mit dem Gesundheitsamt vergleichen.

Unten ist die Anmeldung. Da wird dein persönlicher Bogen ausgefüllt – natürlich in chinesisch. Wie gut, dass wir eine Dolmetscherin dabei hatten. Und du darfst dann auch gleich das Geld bezahlen. (368 RMB = 52,54€). Anschließend bekommst du deinen Laufzettel – auf chinesisch.

Ich musste 9 Stationen durchlaufen:

  1. Urinabgabe
  2. Blutabgabe
  3. Blutdruckmessen, Puls, Größe, Gewicht
  4. Abhorchen der Lungen
  5. ein Arzt schaut in Auge, Nase, Mund und Ohr
  6. Sehtest
  7. EKG
  8. Ultraschall vom Ober- und Unterbauch
  9. Röntgen der Lungen

Jede Station war ein Zimmer, vor dem eine Schwester stand, die dann den entsprechenden Arzt holte. Wartezeiten gab es kaum, maximal auf den entsprechenden Doktor. Vielleicht ist hier immer so wenig los, vielleicht hatten wir auch einfach nur Glück mit unserem Termin.

Von chinesischen Ärzten untersucht zu werden – dass ist speziell. Ich hatte das Gefühl, sie freuten sich, mal ein anderes Wesen begutachten zu können – so eine Langnase aus einem weit entfernten Land.

Sehr gewöhnungsbedürftig waren die Untersuchungen selbst:

  1. Urinabgabe erfolgt in einem kleinen Messbecher mit Schnabel und anschließend kippst du deinen Urin in ein Reagenzglas und stellst dieses ordnungsgemäß ab.
  2. Blutabgabe erfolgt immer im rechten Arm.
  3. Zum Blutdruckmessen gibt es eine Vorrichtung durch die ich meinen Arm stecken musste und sich dann ein Ring an meinen Oberarm aufpumpte.
  4. Zum Abhorchen musste ich mich nicht entkleiden, der Doktor hörte durch mein T-Shirt. Ob er da überhaupt was hörte, nun denn …
  5. Dieser Arzt sah aus, als hätte er damals in den Filmen von Bruce Lee mitgespielt und hielt Sicherheitsabstand von 50cm. Aus dieser Entfernung kann er höchstens meine Augen, Nase, Mund und Ohren erkannt haben – niemals was da drinnen los war.
  6. Das war wie hier. Die letzten kleinen Ziffern konnte ich nicht erkennen und doch schrieb die Ärztin alle Zahlen als erkannt auf.
  7. Für das Anmachen der Saugnäpfe zum Messen des EKG musste ich mich obenrum komplett frei machen. Mich beschleicht das Gefühl, die Ärztin wollte mal Brüste von einer Langnase sehen. Bitteschön.
  8. Mir ist schleierhaft, was sie da sehen wollte und von was ein Bild gemacht wurde. Der Ultraschallkopf wurde quer über meinen Bauch gezogen. Mal links, mal rechts. Für mich ohne System. Am Ende kam ein Bild raus. Die Ärztin hat sich gefreut. Alles gut.
  9. Dafür musste ich mich einfach auf einen Stuhl setzen. Bleischürze auf den Schoß. Lächeln und fertig. Das Gerät sah aus, als stammte es aus den 60ziger Jahren.

Am Ende dauerte alles eine knappe Stunde und ohne unsere Dolmetscherin wäre ich aufgeschmissen gewesen. Denn auch wenn unten am Empfang steht, dass hier alles Tests für die Visa gemacht werden, so konnte keiner der Schwestern oder Ärzte ein Wort Englisch.

Gut, am Ende müssen sie es vielleicht auch nicht, schließlich will der Ausländer was von den Chinesen und nicht umgekehrt.

Zwei Tage später bekam ich die Ergebnisse – alles ok.

Dann können wir ja jetzt alles zur Visa-Stelle schicken und dort die Einreise in einen Aufenthalt umwandeln.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

 

4 Gedanken zu “Gesundheitscheck zum Zweiten

  1. Wie ich Behördengänge in Asien liebe. ^^ Wenigstens wurdest du nicht von A nach B geschickt für ein Formular, welches du aber erst bekommst, wenn du ein anderes Formular bei C ausgefüllt hast… das bekommst du aber erst, wenn du bei D vorgesprochen hast, etc. ;)

    Ich durfte bei meinem letzten Aufenthalt in Hanoi nämlich einen kompletten Tag mit meinem Onkel verbringen. Seltsamer Weise stand ich noch im Grundbuch zum Grundstück meiner Großmutter, was aber rein gesetzlich schon gar nicht ginge, weil ich seit 22 Jahren nicht mehr in Vietnam gemeldet war. Aber ich stand noch im Grundbuch und musste ausgetragen werden, was natürlich nur in meiner Anwesenheit ging. Da wurden wir von A nach B nach C nach D geschickt… und am Ende des Tages sagten die allen Ernstes, dass uns noch die und die Papiere fehlen würden und dass es halt so sei, weil ich deutscher Staatsbürger bin und ich zitiere jetzt: „Mit den deutschen Behörden legen wir uns nicht an. Hinterher werden wir noch aus Deutschland verklagt und dann ist die K*cke am dampfen! Ohne das Formular kann ich hier gar nix machen.“

    Das Ende vom Lied: ich glaube, ich stehe nach wie vor im Grundbuch. ^^ Kein Plan. ^^

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