Behörde auf Chinesisch

polizei china
Erlebnisbericht von Dschänna

Während ich koche, schreibe ich diese Zeilen. Keine Angst, es wird kein 5 Sterne Menü – somit kann auch nichts anbrennen.

DAS allerdings wäre mir heute Nachmittag beinahe passiert.

Heute mussten die Kinder ich und auf’s Amt. Auf ein chinesisches Amt.

Meine Kinder blieben bis jetzt von solchen Behördengängen verschont. Mein Mann sagt, dass ich sie damit verweichliche, da sie fern jeder Realität aufwachsen. Für mich ist das einfach eine Überlebensstrategie – da ich mich bei den Terminen nur um mich und die Inhalte kümmern muss. Nichts, von wegen: Hunger, Durst und Pippi oder gar das altbekannte Thema ‚Langeweile‘. Nein, wenn ich auf’s Amt ging, dann nahm ich mir ein Buch mit + Getränk und hab mich dann dort, soweit es ging, häuslich eingerichtet.

Warten ist jetzt nicht eine meiner stärksten Stärke, doch wenn ich alleine warte, dann kann ich das gut aushalten.

Heute sollte es anders sein. Ganz anders.

Wir mussten nach Wuxi. Die Behörde vor Ort war ein Amt, ähnlich wie bei uns das Bürgeramt. Dort werde alle Unterlagen entgegengenommen, um aus dem Einreisevisum ein Dauervisum zu machen.

Auch dafür hatten wir eine chinesische Dolmetscherin dabei. Ohne die wären wir sowohl sprachlich wie auch inhaltlich aufgeschmissen gewesen.

Neben unseren Pässen, brauchten sie die original Geburtsurkunden von uns, die original Eheurkunde und meinen Gesundheitspass. Ja, den Gesundheitscheck habe ich bestanden und dafür ein passähnliches Dokument erhalten.

Zusätzlich brauchten sie Passbilder. Diese haben wir, vorbildlich wie wir sind, in Deutschland machen lassen. Pro Person 10 Stück plus das Bild auf CD gebrannt. Kaum zu glauben, aber so was gibt es noch wirklich.

China wäre nicht China, wenn nicht wieder alles anders ist.

Unsere Passbilder aus Deutschland gefallen den Chinesen nicht. Die sind ihnen zu deutsch, zu dunkel, zu quadratisch, zu irgendwas. Also mussten wir vor Ort neue machen lassen. Wie gut, dass wir das wussten und uns dementsprechend vorbereitet haben.

Am Schalter selber mussten wir dann noch mal in eine Kamera schauen. Welche Bilder es dann am Ende wirklich werden – ich sag euch Bescheid.

Diese ganze Prozedur dauerte 1:20h. Und wer schon mal mit Kindern im Amt gewartet hat, der kann erahnen wie anstrengend das war – für mich! Zu trinken hatte ich dabei, zu essen nichts. Nennt es fahrlässig. Ich war einfach nicht auf solange eingestellt.

Wer glaubt den auch, dass Unterlagen abgeben so lange dauern kann.

Mister Langeweile kam uns dann auch noch besuchen und setzte sich direkt neben uns. Das war vielleicht eine Kombination mit uns allen.

Jetzt gerade bin ich froh, dass wir es ohne weitere Vorfälle wieder nach Hause geschafft haben. Dort wurde erst der Süßigkeitenschrank geplündert und jetzt gibt es Abendbrot.

Ich bin echt erledigt.

giraffe 2 mikro

Gestern gab es ein Highlight. Unsere Maus hat mit ihren Kindern aus dem Kindergarten geskypt. Also aus dem in Deutschland.

Alles war vorbereitet. So wohl bei uns, wie auch auf der anderen Seite und dann … schauten sich sieben oder acht Kinder einfach nur an. Stumm.

Ich habe mich prima mit der Erzieherin unterhalten und darüber gestaunt, was die Technik doch alles möglich macht. Vielleicht reden die Mädels ja beim nächsten Mal mehr miteinander.

So, nun gehe ich aufs Sofa, bevor ich ein Anruf aus Deutschland erhalte.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

 

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