Unser fünftes Wochenende in China

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Dschännas Rückblick

Dieses Wochenende wurde nicht mit typischen chinesischem Essen eingeläutet, sondern mit Pizza to go. Unser Papa brachte sie mit und somit mussten wir nicht einmal das Haus verlassen.

Hintergrund dieses Ereignisses war, dass unsere Kinder letzte Woche ihren ersten China Koller hatten. Das äußerte sich so, dass Schule plötzlich blöd war, der chinesisch Unterricht sowieso und beide beschlossen hatten, ab sofort daheim zu bleiben.

Eine Nacht später war wieder alles ok und damit sie weiter, voller Freude, bei diesem Projekt mitmachen, wurde China am Wochenende eben eingeschränkt.

Ich erinnere mich, dass ich meinen ersten Chinakoller im Look-and-See-Trip letzten November nach drei Tagen hatte. Da war ich so durch nach den ersten Eindrücken, dass ich nur noch nach Deutschland wollte. Erst der lange Flug, dann das ständige reden in Englisch, die Häuser nicht nach unseren Vorstellungen, die vielen Menschen, der (für mich typische) asiatische Geruch und überhaupt … hier war eben vieles anders. Wir sind dann abends (wir waren damals ohne Kinder hier) schnell ins Hotel, haben irgendein Film gesehen und sind zügig eingeschlafen. Ich glaube, dass unser Schlafdefizit zu dem Zeitpunkt ebenfalls hoch war. Am nächsten Morgen ging es wieder und während der anstehenden Termine konnten wir auch wieder die Schönheit des Abenteuers sehen.

Ich vermute, dass wir selbst in Deutschland solche Phasen haben. Nur fällt uns das dort nicht so auf. Da ist man dann mal kurz sauer oder leicht genervt, weiß eigentlich gar nicht warum, schiebt schnell die Schuld aufs Wetter und dann gehts auch schon wieder.

Wie gesagt, nach dem Wochenende ist wieder alles gut. Ein positiver Aspekt, der das Ganze unterstützt, ist, dass die Kinder mittlerweile Anschluss im Compound gefunden haben.

Ausdruck dieser neuen Situation war folgender Anblick am Wochenende: Frühstück mit der Familie, Fahrrad schnappen und weg. Zwischendrin mal reinschauen, ob bei uns alles ok ist (wir fühlten uns zwischenzeitlich wie im Altersheim, wenn die Kinder nur kurz auf einen Sprung vorbei kommen) und dann sofort wieder los. Nicht das die Eltern noch auf merkwürdige Ideen kommen und eventuell was gemeinsam machen wollen.

Die Chance nutzten mein Mann und ich dann gleich aus. Wir schnappten unsere Roller (nachdem wir den Kids Bescheid gaben) und machten eine Tour zum nächsten Neighborhood Center. Dort gibt es verschiedene Markthallen zum Einkaufen. Sowohl Lebensmittel wie auch Klamotten und andere Dinge für den täglichen Bedarf. Das Besondere an diesem Center ist, dass dort nur Chinesen einkaufen gehen. Wir waren somit die einzigen Ausländer und wurden dementsprechend irritiert angeschaut.

Damit kann ich nach der kurzen Zeit gut umgehen. Meine Technik: Ich blende es gnadenlos aus und amüsiere mich über die örtlichen Begebenheiten, die dann doch so anders sind, als in Deutschland:

Anschließend sind wir zum Jachthafen und haben mal wieder den wunderschönen See mit seiner schönen Ansicht genossen. Das Wetter war eher bewölkt. Deswegen fiel abends Sonnenuntergang anschauen aus. Macht nichts, wir sind ja noch länger hier.

Unser Großer was das erste Mal beim Friseur. Also hier vor Ort. Etwas komisch war es schon, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Zum Abschluss der zwei freien Tage gab es noch ein Nachbarschaftsgrillfest. Das war sehr amüsant und vor allem vielfältig lecker. Jeder brachte etwas mit und somit ergab das eine bunte Mischung von Salaten und Grillgut.

Aus meiner Kindheit kenne ich noch solche Straßenfeste oder Hauseingangsfeste. Ich liebte das. Wir Kinder hatten Narrenfreiheit und die Erwachsenen haben so viel gelacht, das war mega schön.

Diesmal gehörte ich mit zu den Großen und genoss das Beisammensein. Zwischendrin machten wir es sogar wie die Chinesen, da es das Regnen anfing. Einfach sitzen bleiben und dem Wetter die Stirn bieten. Es wird es aufgegeben, wenn die Regentropfen Hagelgröße erreichen.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Unser fünftes Wochenende in China

  1. Mei, ich glaube China-Koller sind legitim. Ich finde es eine enorme Herausforderung. Ohne Familie um sich vielleicht gar nicht zum aushalten? Lg. Gabi
    Obwohl ich mich erinnere als ich ganz jung verliebt war in meinen Mann wäre ich überall mit ihm hingegangen. Nach 45 Jahren ist man halt schon gerne bequem😝

    Gefällt 1 Person

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