Öffentliche Toiletten

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Erfahrungsbericht von Dschänna 

Eigentlich redet man da nicht drüber. Über das Entleeren von Darm und Blase. Eigentlich. Denn ich mache das Jetzt und zwar genau Hier.

Das wir diese menschlichen Bedürfnisse haben, dass dürfte jedem von uns bekannt sein. Jeder hat da so seine Routine, am Morgen oder am Abend. Jeder kennt seine Anzeichen, wenn es ganz dringend ist. Jeder kennt die Schmerzen, wenn es mal nicht so läuft wie gewünscht.

Solange wir uns dafür in sicherer Umgebung aufhalten – alles kein Problem, oder?

Zumindest ist das bei mir so. In vertrauter Umgebung geht es mir mit diesem Aspekt meines Lebens gut.

Allerdings ändert sich das, sobald sich auch die Umstände verändern.

Sei es, dass ich zu Besuch bin und das Badezimmer mir damit weniger vertraut ist.

Sei es, dass wir unterwegs sind – Flieger oder Auto – und die Toiletten nicht immer in der Nähe sind. Vielleicht sogar nicht meinen hygienischen Vorstellungen entsprechen.

Manch einem geht es so, wenn keine Trinkflasche eingepackt ist. Mir wird anders, wenn ich weiß, dass wir das Haus verlassen und ich keine Ahnung habe, wann das nächste WC kommt.

Aus diesem Grund habe ich meine Blase trainiert. Sie und ich können uns darauf einigen, für ein paar Stunden einfach zuzumachen. Mag sein, dass diese Technik schädlich für meine körperliche Gesundheit ist. Doch mental geht es mir dabei prima.

Nun kann es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passieren, dass ich unterwegs auf die Toilette muss. Nicht schön, aber nötig.

Und da beginnt die eigentliche Geschichte:

Mir wurde viel über die öffentlichen Toiletten hier in Asien erzählt. Zum Beispiel, dass dieser immer verschmutzt sind und aus diesem Grund stets Feuchttücher eingepackt werden sollten. Das es kaum Toilettenpapier gibt und deshalb Taschentücher zur Grundausstattung jeder Handtasche gehören.

All das habe ich dabei. Sogar Desinfektionsspray für davor und danach.

Was mir keiner erzählt hat – oder es wurde mir erzählt und ich habe es gepflegt überhört. So als Abwehrmechanismus, mit dem Gedanken im Kopf: ‚ So schlimm wird es schon nicht ‚ – war DAS:

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typische Toilette in China

Dieses Loch im Boden.

Als meine Tochter und ich das erste Mal in Shanghai auf eine öffentliche Toilette mussten, kam uns zuerst der Geruch entgegen. Ein unbeschreiblich schrecklicher Geruch.

Gut, sagte ich, es ist eine öffentliche Toilette und nicht die Edelparfümerie.

Doch dann sah ich DAS. Und, es war weitaus schmutziger als das obige Bild. (Auf Details gehe ich jetzt nicht ein.)

So schnell wir drinnen waren, waren wir auch wieder draussen. Unser Harndrang ließ nach und wir beschlossen einfach nichts mehr zu trinken, bis wir wieder daheim waren.

Dass das nicht die Lösung war, stellte sich Minuten später heraus. Um einen biologischen Kollaps zu vermeiden, mussten wir uns eine Toilette suchen.

Wir gingen in ein Einkaufscenter, mit der Hoffnung, dass die dortigen Toiletten eventuell reiner sind. Dort fand wir DAS:

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Toiletten für Westler

Zum Glück gab es dort ’normale‘ Toiletten und diese waren halbwegs sauber. (Zum Nachputzen hatte ich ja alles dabei).

Eine wahnsinns Erleichterung machte sich bei mir und meiner Tochter breit.

Seit diesem Erlebnis ist es immer spannend eine öffentliche Toilette aufzusuchen.

Oft gibt es zwei von diesen westlichen Standards. Ganz hinten. Vorbei an den Löchern.

Und jedes Mal habe ich Herzklopfen, wenn ich die Tür aufstoße und den Sauberkeitszustand beäuge.

Für mich zählt das definitiv in die Kategorie: Leben am Limit (in Asien).

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

2 Gedanken zu “Öffentliche Toiletten

  1. Ich wusste gar nicht, dass es diese „Boden-Toiletten“ noch gibt? oO Ich dachte immer, dass es mittlerweile nur noch die „normalen“ Toiletten gibt. oO
    Aber ich habe es trotzdem vermieden, auf öffentliche Toiletten gehen zu müssen. ^^ Da war mein Ekel dann doch zu groß. ^^

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