Von Geräuschen und Gerüchen

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Beschreibung von Dschänna

Hier in China riecht alles ein wenig anders. Beschreiben kann ich euch den Geruch wie folgt: Eine Mischung aus chinesischem Essen, gepaart mit Abgase und dem Nebel aus der Disco (wahrscheinlich ist das der Dunst hier). Dem Ganzen dann noch eine süßlich Note mit auf den Weg geben und fertig ist das Gemisch,

Es ist – für mich – so typisch chinesisch. Das könnte daran liegen, dass dieser Geruch mich bei meinem ersten Besuch hier empfing und sich so eingebrannt hat, dass es für immer so bleiben wird.

Neben diesem offensichtlichen Geruch, gibt es die unterschiedlichsten Nebengerüche. Je nach dem wo ich mich aufhalte. Im Supermarkt riecht es anders wie bei uns daheim. Auf den öffentliche Toiletten eh und wenn es geregnet hat, nochmal ganz anders.

China wäre nicht China, wenn jetzt nicht der Moment wäre, an dem ich euch von besonderen Düfte berichte.

Diese besonderen Düfte haben nichts mit schön zu tun oder mit lieblich.

Das könnte daran liegen, dass diese Gerüche von Menschen produziert werden. Und zwar nicht im Sinne von ‚der Mensch macht den Geruch mit einem Gegenstand‘. Es ist eher die Kategorie ‚der Mensch produziert mit seinem Körper‘ diesen Geruch.

Das die Menschen hier sehr freizügig sind mit ihrem Körper – davon hatte ich gehört und ebenso erfolgreich verdrängt. Wieder kam mein Abwehrmechanismus zum Tragen, schließlich wollte ich das Projekt von Beginn an positiv wahrnehmen.

Dies ist mir gelungen, bis zum dem Tag, als ich das erste Mal mit dieser Besonderheit in Berührung kam.

Dabei handelte es sich um einen Fahrer während unseres Look-and-See Trips vergangenen November. Ich vermute, dass der chinesische Fahrer kurz zuvor zu Mittag aß. Als wir einstiegen, und ich eh überfordert war mit all den neuen Eindrücken, roch das Taxi nach Taxi. Minuten später allerdings änderte sich dieser Geruch. Zuerst dachte ich, meine Nase spielt verrückt. Doch dieser Geruch wurde immer intensiver und ich begab mich auf Ursachenforschung,

Das Taxi ist nun nicht groß, also begann ich an mir zu riechen. Vielleicht war ich es, die nach Katze roch. Doch, Fehlanzeige. Dann öffnete ich das Fenster , vielleicht kam der Geruch von draußen. Fehlanzeige.

Meine Erleuchtung kam, als ich hört – ja hört, wie der Fahrer ungeniert rülpste und während dessen eine Duftwolke seinen Mund verließ. Ich bilde mir ein, dass dieser Geruch sichtbar war. Es roch nach Salamipizza gepaart mit Schweiß und Kohlensäure. Ein Blick zu mein Mann schenkte mir Gewissheit. Im Gegenzug zu mir, konnte er sich das Lachen kaum verkneifen, während ich überlegt wohin ich speien könnte.

Neben dem ungenierten Rülpsen, pupsen die Chinesen ebenso. Auch unser Fahrer. Da wird dann geschmeidig die rechte Pobacke gehoben, Luft rausgelassen und dann wieder die Sitzposition eingenommen.

Das alles machen sie nicht, um uns zu schaden. Das machen sie total unbewusst und weil sie Benehmen anders definieren wie wir.

Nach diesem einschneidigen Taxi-Erlebnis passiert es hin und wieder, dass in der Schlange wartend, sich der Geruch ändert.

Aus dem Rülpsen machen die Chinesen kein Geheimnis. Das begegnet dir hier fast überall. Egal ob Männer, Frauen oder Kinder.

Das dritte Geräusch, welches hier schonungslos ausgelebt wird, ist das Schleim hochziehen im Rachen und dann hinrotzen, wo man gerade steht. Schlimmstenfalls direkt vor deine Füße.

Ein weiteres unappetitliches Körperverhalten ist, dass die Kinder hier überall hinkacken und urinieren dürfen. Egal ob am Strassenrand, im Park, in den Mülleimer oder direkt in den Einkaufswagen (diese Anblick blieb mir Gottseidank noch erspart)

Dafür tragen die Kinder eine Hose mit Schlitz und keine Windel. In Deutschland ist das Abhalten eine Möglichkeit, die Kinder schnell trocken zu bekommen. Hier ist es einfach normal.

Also wackeln die kleinen Kinderpopos hier durch die Gegend und wenn sie dann müssen, dann machen sie auch.

Das mit dem Einkaufswagen habe ich als Warnung erzählt bekommen, seitdem nehme ich immer den Korb.

Wer es dann wegmacht? Die Stadtreinigung oder das Personal im Einkaufsmarkt.

Soviel zum Thema Gerüche und Geräusche in China.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

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