Golden week

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Dschänna in Vorfreude 

Wir haben heute unseren letzten Schultag, vor unseren ersten chinesischen Herbstferien. Wir freuen uns alle darauf, obwohl ja nur unsere Kinder dorthin gehen.

Gut, auch ich bin mindestens zwei mal pro Woche da. Allein mein chinesisch Unterricht lässt mich jedes Mal nervös werden, wenn ich unterwegs bin.

Nicht, weil ich dass nicht lernen möchte – eher, weil unsere Lehrerin wenig zimperlich ist, wenn es ums Lehren und Lernen geht. Fast jedes Mal geht mein Blutdruck in die Höhe und meine Schweißdrüsen leisten Höchstarbeit, beim Gedanken daran, eventuell nach vorne an die Tafel gerufen zu werden. Dort sehe ich mich dann Vokabeln abfragen und in falscher Schriftform wiedergeben.

Wenn jetzt noch einer sagt, schulische Erlebnisse haben keinen weiteren Einfluss auf das weitere Leben, war dieser Jemand nie in einer Schule. Allein diese Widerspiegelung zeigt, wie tief solche Ereignisse sich in uns eingebrannt haben können.

In den nächsten sieben Tagen fahren wir nicht in die Schule und ich muss auch nicht an die Tafel zur mündlichen Leistungskontrolle, stattdessen besuchen wir Peking.

Wir tun das, entgegen aller Empfehlungen, weil es dort zur Ferienzeit noch voller als voll sein soll, vom Smog erst gar nicht zu reden und zudem sprechen die Menschen dort noch weniger Englisch als hier. Also herrschen dort stetige Verständigungsprobleme.

Ich bin so froh, dass wir das alles bei unserer Buchung nicht wussten. Somit steh ich dem ganzen erst recht optimistisch gegenüber, da ich mit dem Allerschlimmsten rechne und es wahrscheinlich nicht eintreffen wird.

Diese Erzählungen hängen damit zusammen, dass die Chinesen ‚Golden week‘ haben. Davon gibt es zwei Stück im Jahr. Jetzt, da am 1.10. Nationalfeiertag ist und im Februar zu ‚Chinese new year‘. Die beiden Wochen sind freie Tage, für die niemand Urlaub nehmen muss. Die Regierung hat da eine Behörde, die den Arbeitgebern Empfehlungen für freie Tage ausserhalb der Urlaubszeit vorschlägt. Da die Urlaubstage hier eher gering sind (10-15 Tage pro AN/Jahr) werden diese Empfehlungen von den Arbeitnehmern als feste Urlaubszeiten eingeplant.

Als Arbeitgeber musst du dich nicht an diese Empfehlungen halten, doch werden in dieser Woche keine Arbeitnehmer erscheinen, weil alle die Zeit nutzen, um Familie und Verwandte zu besuchen.

Und wenn dann von den 1,3 Milliarden Menschen eben mal 8 Millionen Urlaub machen, kann es eben an der einen oder anderen Stelle voll werden.

Wie es dann geworden ist – ich werde es euch wissen lassen.

Unser Großer war jetzt drei Tage auf Schulcamp. Irgendwo im Nirgendwo, mitten im Grünen in China. Dank der Lehrerin wurden wir täglich mit Bildern versorgt und konnten sehen, dass die Gegend herrlich ist und die Kinder – trotz Regen – alle zufrieden und fröhlich aussahen. Neben Klettern, Wandern und selber kochen (bin gespannt, ob dass auch gelungen ist) sind sie auch Dragon Boat gefahren. Ich vermute, dass mein Kind nachher völlig übermüdet heimkehren wird.

So, ich werde mich jetzt durch meine chinesischen Vokabeln quälen, damit mein schlechtes Gewissen auch Urlaub machen kann und anschließend das Ferienwochenende einläuten.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

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