Kontrolle

 

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Dschänna philosophiert

Hatte ich schon mal erwähnt das ich gerne die Kontrolle habe? Das ich Listen und Pläne liebe? Das ich Organisation als Tugend empfinde und das Menschen, die ohne dem sein können, ziemlich anstrengend für mich sind?

Hatte ich? Wenn nicht, dann wisst ihr das Jetzt.

Ich liebe Kalender, besonders die, die voll mit Terminen sind. Da kann ich dann abends abstreichen und sehen, was ich heute geschafft habe. Ein tolles Gefühl.

Weiterhin habe ich es gerne, wenn ich weiß, was als nächstes geschieht. Wann ich Wen treffe. Wann ich Wen anrufe. Alles geplant. Dazwischen immer mal wieder eine freie Lücke für Spontanität. Weil auch die muss sorgfältig geplant werden.

Kontrolle, Ordnung, Sicherheit.

Im Urlaub kann ich gut ohne dem sein und genießen. Das könnte daran liegen, weil ich weiß, dass es ein begrenzter Zeitraum ist. Allerdings darf der Zeitraum nicht allzu lang sein, dass bringt mich dann doch aus dem Konzept. Zum Beispiel die Sommerferien. Die sind eindeutig zu lang – für mich. Gut, wenn die Kinder zwischendurch bei den Großeltern urlauben, dann ist das ok. Wären sie die gesamte Zeit mit mir oder ich mit ihnen … eine Ende das sich niemand ausmalen möchte.

Nach den Wochen der Entspannung (oder Tagen) dauert es einen Tag und schon bin ich wieder drin in meinen Strukturen. Im Planen und Organisieren. Im Alltag. Das ist gut und tut gut.

Soweit, so gut.

Nun bin ich ja hier und nicht dort. Somit habe ich einen anderen Alltag. Mit anderen Strukturen und anderen Rahmenbedingungen. Auch das ist gut und hat sich die letzten Wochen prima eingespielt. Mein Kalender ist voll. Nicht so wie dort und doch verfliegt die Zeit.

Das was hier anders ist und mich etwas unruhig werden lässt, dass ist das Ding mit der Kontrolle. Denn die habe ich bei einigen Dingen abgegeben. Ich will nicht sagen verloren, weil das klingt zu negativ.

Zum Beispiel beim Thema: Welche Freunde sind noch da, wenn wir wiederkommen? Welche begleiten uns auf dieser Reise, trotz Entfernung? Wann sehen wir Wen wieder? Gibt es Menschen die ich vielleicht nie wieder sehe? Wie geht es beruflich für mich weiter? Mache ich noch eine Ausbildung oder steht der Plan noch, online meine Dienstleistungen anzubieten? Was kommt nach China? … Um nur ein paar offene Fragen mit euch zu teilen.

Auf all diese Fragen habe ich keine Antwort. Vielleicht eine Tendenz. Vielleicht eine Ahnung. Ganz sicher aber keine Kontrolle.

Keine Kontrolle über den Ausgang. Keine Kontrolle über das was geschieht. Einfach keine Kontrolle.

Mein Lieblingsthema: DAS Loslassen hat sich gerade kunterbunt vor mir ausgebreitet und feiert mein Leben.

Ja, ich weiß – so wirklich hat man nie die Kontrolle. Trotz aller Planung bleibt immer eine Unbekannte in jeder Gleichung stehen.

Und doch geben mir Planung und Kontrolle Sicherheit. Sicherheit für mein Tun und Handeln. Für meine Beziehungen und in meinen Beziehungen. Sicherheit in einer scheinbar unsichern Welt.

Und nun, nun darf ich mich im Loslassen von Kontrolle üben, Vertrauen aufbauen und dazwischen mein Sein genießen.

Gar nicht so einfach, wenn ich das mal sagen darf.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

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