Eine Woche Alltag

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Dschänna und so 

Irgendwie vergeht die Zeit hier schneller. Es ist schon krass zu erleben, dass wir jetzt Mai haben. Ich meine, Mai – Hallo, das Schuljahr ist in sechs Wochen zu Ende und unser erster Deutschlandurlaub rückt immer näher.

Doch, warum ist das so? Warum ist mein Zeitverständnis hier ein anderes?

Ich vermute, weil keine Woche der anderen Woche gleicht. In Deutschland war das schon eher der Fall. Da war alles routiniert. Da wusste ich, was wann ist. Wo wir am Wochenende sind und selten kamen Überraschungen hinzu. Ausser ein Kind wurde krank – dann war umorganisieren auf hohem Niveau gefragt.

Hier ist es nun so, dass die Kinder jede Woche in die Schule und der Mann jede Woche in die Arbeit fährt. Ich bin daheim und vertreibe mir die Zeit. Also scheinbar alles vorhersehbare Abläufe. Und gleichzeitig eben nicht.

Zum Beispiel weiß ich oft erst Anfang der Woche, an welchen Tagen meine Anwesenheit in der Schule erwünscht ist, weil Sportfest oder Projektausstellung oder Singen oder ‚was auch immer‘ ist.

Dann kommen die Wochen in denen mein Mann später und noch später heimkommt oder gar nicht, weil er unterwegs ist. Die Wochen laufen anders ab, als wären alle daheim. Kennt ihr das auch?

Dann kommen verschiedene Nachmittagsaktivitäten meiner Kinder dazu. Bei manchen bin ich dabei, bei manchen weiß ich nur, wo meine Kinder gerade sind.

Dann wäre da noch das Wetter. Derzeit beginnt der Sommer hier. Hohe Temperaturen, ein erhöhte Luftfeuchtigkeit und ein E-Bike – das passt nicht immer. Mein Plan für Lebensmitteleinkauf kann nicht immer so umgesetzt werden, wie ich es geplant habe. Nicht schlimm, so übe ich meine Flexibilität.

Meine Vormittage sind gespickt mit Schreiben, Sport und mein Projekt ‚Raus aus der Mamabox‘. Doch wie das eben mit der Kreativität ist, sie ist nicht immer dann zugegen, nur weil ich gerade am Schreibtisch sitze. So habe ich dann zwar ein Schreibplan, doch wenn die Ideen fehlen oder die Wörter, dann nützt mir das nichts.

Zudem habe ich eins zwei Bekanntschaften hier, mit denen ich gerne Zeit verbringe. Das klappt manchmal mit Plan und manchmal spontan.

Und dann sind da noch meine Minuten, in denen ich das Erlebte auch verarbeiten muss. Das geht, zumindest bei mir, nicht so zwischendurch. Da brauche ich dann Zeit für mich und Ruhe. Ruhe um meine Gedanken zu sortieren.

Ruhe/ Stille ist toll. Ich mag sie sehr und finde sie so wichtig. Einfach da sitzen. Nichtstun.  Verträumt in den Himmel schauen oder bei Regen auf die weisse Wand. In diesen Momenten realisiere ich oft erst, was hier alles schon geschehen ist. Was wir alles gesehen und erlebt haben. Was wir erreicht und geschaffen haben.

Denn wenn ich mir bewusst mache, dass sich unser erstes Jahr hier dem Ende neigt, dann bekomm ich fast Schnappatmung, weil unsere Listen mit unseren Vorhaben noch so lang sind.

Die kommende Woche scheint ein Woche mit Alltag und routinierten Abläufen zu werden. Ich muss nicht in die Schule, außer heute. Da ist Schwimmtraining und da die 1.Klasse nicht mit dem Spätbus fahren darf, hol ich unsere Maus ab. Mein Mann ist die ganze Woche vor Ort. Andere Aktivitäten sind mir nicht bekannt.

Diese Routine hält genau bis Freitag. Dann fahr ich nach Shanghai zum Flughafen und hole unseren Besuch aus Deutschland ab. Jippi. Dann ist für eine Woche wieder alles anders und was soll ich sagen: ICH freu mich drauf.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

 

 

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