Bali 

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Dschänna unterwegs

Ich wollte schon immer mal nach Bali. Gut, es ist jetzt nicht der einzige Ort wo ich schon immer Mal hin wollte bzw. will – doch es ist definitiv einer, von dem ich genaue Vorstellungen hatte, wie er sein könnte.

Kennt ihr das auch? Ihr seht einen Film oder hört, wie Leute über einen Ort sprechen und dann entwickelt ihr euer eigenes Bild – ohne wirklich jemals da gewesen zu sein? So ging mir das mit Bali. Ich sah mich an einem Kilometer langen weißen Strand, mit wenigen Menschen. Ich sah mich in grünen Reisterrassen stehen, die Sonne gelb lachend von oben. Ich sah mich schnorchelnd auf dem Wasser und unter mir die bunten Fische. Ich sah mich in einer Gruppe von Menschen die Bacardi trinken und den Sonnenuntergang betrachten. Ich sah mich dieses ‚WOW‘- Gefühl fühlen. Das Staunen ohne Punkt und Koma. Ich hörte mich sagen ‚Ich will hier nie wieder weg.‘

So ungefähr war meine Vorstellung von Bali. Alle sprechen darüber, zumindest in meiner Wahrnehmung. Weil alle schon da waren – außer ich natürlich. Und da wir hier so nah dran sind, dachten wir uns, warum eigentlich nicht. Wer weiß wie der Sommer in Deutschland wird. Wenn es da wieder nichts wird, dann waren wir wenigstens auf Bali (der Sommer in Deutschland war ja wohl der Wahnsinn in diesem Jahr, oder? Jeglicher Urlauber im Ausland ist blass geworden vor Neid, so schön war es.)

Also flogen wir von Shanghai nach Singapur. Dort hatten wir 6h Aufenthalt (eigentlich macht mir Warten nichts, doch diesmal warteten wir von 1 Uhr nachts bis morgens 7 Uhr. Und NEIN, ich habe den Flug nicht gebucht und NEIN, ich wusste es vorher nicht und JA, meinem Mann war das klar. Logisch, er hat ja auch den Flug gebucht) Von Singapur flogen wir nach Denpasar/Bali und fuhren dann mit dem Auto nach Ubud.

Denn Ja, ich wollte nach Ubud. Schließlich ist das ‚der Ort‘ auf Bali.

Unsere Unterkunft war ein Traum. Genau SO habe ich mir das vorgestellt. Überall Grün. Reisterrassen in der Nähe. Super freundliche Mitarbeiter. Super leckeres Essen. Alles draussen statt drinnen.

Was ich mir dagegen anders vorgestellt hatte, dass war Uhbud und ein Teil der Insel, den wir erkundeten. Gefühlt waren überall Touristen. Uhbud war so so voll – das hatte für mich nix mit Entspannung zu tun. Tagesausflüge die wir vom Hotel aus gebucht hatten, hatten auch viele Andere gebucht. Nach dem dritten Tag war ich echt genervt. Geschnorchelt haben wir neben vielen Booten, die mit ihrer Touristenladung rausgefahren sind. Ich hatte nur Angst um meine Kinder, dass sie nicht unter die Boote geraten. Unser Tag am Strand war nur eine Stunde lang, weil einfach so viele Menschen die gleiche Idee hatten und es sich wie in einer Sardinenbüchse anfühlte. Die Reisterrassen waren braun statt grün, weil gerade die Ernte war. Und geregnet hat es auch.

Nix Bali Vibe und Entschleunigung (ich mag dieses Wort so gar nicht. Doch es fällt oft im Zusammenhang mit der Insel)

Am drauf folgenden Tag hatten wir einen Guide, der uns erklärte WARUM es hier gerade SO voll ist.

  1. der ganze Juni ist in Indonesien frei. Keine Schule, kein Kindergarten, wenig Arbeit. Stattdessen Urlaub für alle.
  2. Mai – August ist zwar Regensaison und doch gleichzeitig Hochsaison für Touristen. Logisch, die meisten Länder haben da Sommerferien.
  3. Wenn man Bali erleben will, dann fährt man in den Norden und bleibt nicht in Ubud oder Kutta (DEN Touristenhochburgen) hängen

Hätten wir das auch geklärt und übrigens sind die besten Monate für ein Bali-Urlaub von Oktober bis Februar. Da ist Nebensaison, keine Regenzeit und somit Platz auf der kleinen Insel.

Da wir nur eine Woche waren, haben wir die letzten Tage einfach faul am Pool gelegen, uns das Essen schmecken lassen, Massage genossen und kurze Ausflüge zum Souvenir Shopping nach Ubud gemacht.

Kurz vor unserem Rückflug rauchte der Vulkan auf der Insel und brachte somit den Flugverkehr durcheinander. Wir starteten mit 2h Verspätung, verpassten somit unseren Anschlussflug von Singapur nach Shanghai und mussten wieder 6h in der Nacht auf dem Flughafen verbringen.

Als wir dann endlich am nächsten Tag mit 7h Verspätung in Suzhou (und der Aussicht auf das eigene Bett) ankamen, fragte ich mich, was mir Bali mit dieser Reise sagen wollte.


Unterkunft

 


Indonesische Küche


Ubud

 


Reisterrassen und Wasserfall

 


Fazit

Bali ist definitiv eine Reise wert. Es gibt viele schöne Dinge zu erkunden und auch wenn unsere Tage eher durchwachsen waren, so hält uns das nicht davon ab, ein weiteres Mal auf Besuch zu kommen.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

Ein Gedanke zu “Bali 

  1. Ja, so ist das manchmal mit den Vorstellungen vs Realität. 😊 Mir ging es ähnlich mit Wien. Allerdings umgekehrt. Mein erster eher ungeplanter Urlaub in Wien (ich musste dort auf eine Tagung und habe einfach noch ein paar Tage dran gehängt) war traumhaft. Mein zweiter geplanter Besuch…weil erstes Mal war ja traumhaft!…war…äh… eher suboptimal. 😑

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