Wandel 

fahne
Dschänna und der neue Blick

Mein Blick auf Deutschland verändert sich. Schleichend. Bemerkt habe ich es mal wieder, als es um die Berichterstattung der Handballjungs ging. Da scheiden sie in der diesjährigen Handball-WM aus und der erste Artikel, den ich dazu lese beginnt mit folgenden Sätzen: „ (…) Der Titeltraum ist geplatzt, das Wintermärchen bleibt ohne goldenes Happy End: Die deutschen Handballer unterlagen in einer Nervenschlacht Norwegen im WM-Halbfinale in Hamburg (…)“ Nichts von „Grandios, bis ins Halbfinale geschafft.“ oder „Starke Leistung Jungs.“ Nichts! Erstmal wird die Leistung negativ kommentiert, von Menschen die vielleicht nie Handball gespielt haben. Von Menschen, die vielleicht nie in so einer Wettkampfstimmung spielen mussten. Von Menschen, die sich nie so offen der Öffentlichkeit stellen mussten.

Es werden Formulierungen gefunden, die wenig wertschätzend sind oder die Leistung anerkennen. Mag sein das es andere Artikel gibt, leider habe ich die nicht gefunden.

Bei dieser Berichterstattung wird mir mal wieder gespiegelt, wie das so läuft – mit den Nachrichten und den typischen deutschen Eigenschaften.

Ich weiß, in anderen Ländern kann das ähnlich sein, doch ich komme aus Deutschland und möchte dorthin vielleicht irgendwann zurück. Deshalb interessiert mich das, was da passiert, ein klein wenig mehr.

Wir hören ab und an Nachrichten. Hier in China. Und da fällt mir auf, dass es fast immer drei schlechte Nachrichten gibt, bevor die Fußballergebnisse bekannt gegeben werden. Selten höre ich etwas Positives. Dass es diese Art der Meinungsmache gibt, das war mir schon länger bewusst. Dass es dann doch so intensiv ist, das merke ich erst jetzt.

Erst jetzt, wo ich von außen auf Deutschland schauen kann. Wo ich meine dortigen Erfahrungen mit anderen Erfahrungen abgleichen kann. Mir fällt auf, wie negativ wir doch dirigiert werden und das auch ausleben. Das Schimpfen und Jammern. Das Neiden und Geizen.

In einem Land, in dem es jedem Einzelnen richtig gut gehen kann. Ich meine, die Menschen dort dürfen einfach so zum Arzt, werden bei Arbeitslosigkeit sozial aufgefangen, müssen keine Maut für neue Straßen zahlen, dürfen Schulbildung kostenlos nutzen. Es gibt Einkaufsläden, die sauber sind und wir können dort einfach rein und unsere Lebensmittel kaufen. Wir bekommen Trinkwasser aus dem Hahn und der Müll wird regelmäßig entsorgt.

Es gibt so viele Dinge, die einfach gut sind. Die uns dort in Luxus schwelgen lassen, insofern wir Luxus nicht auf materielle Güter beziehen.

Ich merke, wie ich bei manchen Nachrichten einfach sauer werde, weil ich es nicht verstehen kann. Warum wird so negativ berichtet? Warum ärgern sich die Leute mehr als das sie sich freuen? Warum finden sie immer Gründe zu schimpfen, anstatt einfach mal zu machen?

Dinge anders zu machen. Für sich und die Gemeinschaft. Warum wird die Schuld immer am System gesucht? Warum befinden sich viele Menschen mit ihrem Denken und Fühlen in Abhängigkeit von dem, was im Aussen passiert?

Warum kümmern und sorgen die Menschen nicht verantwortungsbewusst für sich? Schauen, was sie in ihrem Radius besser gestalten können? Warum lächeln wir nicht mehr und wünschen uns öfters einen guten Tag? Stattdessen wird um den letzten freien Parkplatz am Supermarkt gestritten und an der Kasse gedrängelt?

Ich versteh es einfach nicht.

Der Spruch „Wenn jeder vor seiner eigenen Tür kehrt, wird es überall sauber.“ (ist ein chinesisches Sprichwort, welches Abgeleitet von Goethes „Bürgerpflicht“: „Ein Jeder kehre vor seiner Tür. Und rein ist jedes Stadtquartier.“ ist) birgt so viel Wahrheit.

Ich habe ihn lange nicht verstanden, doch je länger ich hier bin und für mich und meine Familie sorge, desto klarer wird der Inhalt. Wird das, was Goethe meinte, deutlich. Wenn Jeder beginnt, auf sich zu schauen, auf seine Familie und schaut, wie positiver er das alles gestalten kann, desto positiver wird das Außen. Jeder sorgt für sich und schaut nach Innen. Und schaut danach, was er Gutes für die Gemeinschaft tun kann. Kleinigkeiten, die das Leben einer anderen Person bereichern kann. Und schon wäre die Welt freundlicher.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

 

4 Gedanken zu “Wandel 

  1. Ich mag deine Artikel sehr gern! Kannst du sie bitte vor der Veröffentlichung auf Rechtschreibung und Grammatik prüfen? Die tollen Texte werden leider so zunichte gemacht :/

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  2. liebe jana. oh ja, du hast so recht. uns stoert es immer mehr, vor allem auch wenn wir in deutschland sind. alle sind nur am schimpfen und jammern ueber alles und jeden. jedes mal fragen wir uns, welchen grund es gibt. denn wir sehen (vielleicht auch nur von aussen) keinen. lg nina

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    1. Danke liebe Nina für deine Rückmeldung und deine Wahrnehmung. Ja, vielleicht liegt es daran, das wir einfach mal ausbrechen konnten. Vielleicht ist es auch genau das, was ein Jeder von uns einfach mal tun sollte, um den Blickwinkel neu einzustellen. Dafür muss es ja nicht gleich China sein, vielleicht reicht ja die nächst größere Stadt in Deutschland. Liebe Grüße

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