Hausarrest 

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Dschänna und der See

Seit nun mehr einer Woche sind wir ans bzw. ins Haus gefesselt. Nicht wirklich so mit Seilen, eher so sinnbildlich. Wir können vor die Tür, auf eigene Gefahr versteht sich. Doch wo wollen wir hin, wenn alles geschlossen hat? Freizeitaktivitäten, Sehenswürdigkeiten, teilweise auch die Restaurants sind zu. So will China große Menschenmengen vermeiden und damit die Weitergabe des Coronavirus. Macht Sinn.

Wir halten uns dran. Wenn wir rausgehen, dann nur um Nahrung zu jagen und dann auch nur mit  Maske und Desinfektionsmittel in der Tasche. Ob das jetzt übertrieben rüberkommt oder die Menschen noch mehr über die Chinesen schmunzeln, ist eigentlich egal. Schließlich geht es hier um die Gesundheit von Millionen von Menschen.

Alle sind sehr achtsam. Von den sonst schubsenden und ungeduldigen Chinesen fehlt jede Spur. Niemand drängelt, weil auch kaum jemand draussen ist.

Und auch, wenn wir uns in manch hektischem Alltag, mal so eine Pause wünschen, so ist es mental eine Herausforderung. Mit Urlaub hat das nichts zu tun, weil da wären wir unterwegs. Würden Essen gehen, Sehenswürdigkeiten besuchen und uns einfach draussen aufhalten. Doch da die Anspannung förmlich in der Luft liegt, hat das alles wenig mit Entspannung zu tun. Die Kinder haben noch zwei weitere Wochen schulfrei vor sich. Sie bekommen zwar ab nächste Woche online Aufgaben, um ihrem Hirn etwas Nahrung zu schenken. Doch hat das alles nichts mit Alltag und Routine zu tun. Und die fehlt ungemein.

Verbring mal 24/7 daheim. Das kann an der einen oder anderen Ecke wirklich anstrengend sein.

Ich muss definitiv einmal am Tag raus. Zum See. In Bewegung kommen, damit mein Gedankenkarussell still steht. Damit Anspannung gelockert wird und ich mich wieder erinnere, wie gut es uns geht. Das wir gesund sind. Das wir als Familie das prima meistern. Das wir es hier in Suzhou so unfassbar schön haben und das am Ende alles gut wird.

Immer!

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

2 Gedanken zu “Hausarrest 

  1. Liebe Jana! Ich kann Dich soo gut verstehen. Wir sind gerade in Thailand im Urlaub, aber Urlaub ist das nicht. Seit 5 Tagen organisiere ich die plötzliche Rückkehr nach Deutschland ohne Schlüssel und deutsches Portmonee. Habe auch dazu einen Blog geschrieben: https://www.shanghai-calling.de/expatleben-im-schatten-des-coronaviruses/
    Machen wir alles irgendwie das Beste draus und freuen uns, dass wirklich irgendwann vorüber ist. Liebe Grüße. Luise
    Ps. Falls Du irgendwas aus Deutschland brauchst, wenn ich dann irgendwann wieder nach Shanghai komme, dann schreib mir einfach.

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    1. Liebe Luise,
      verrückt wie das Leben gerade spielt. Freu mich für euch, das ihr liebe Menschen in Deutschland habt, die euch einen schöne Empfang bereiten. Und ja, ich bin ganz zuversichtlich das sich die Situation bald entspannen wird. Kommt gut an und habt eine gute Zeit dort! Alles Liebe für euch, Jana

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