164./165./166. Wochenende in China

Krass. Gerade eben beim Schreiben der Überschrift wurde sichtbar, wie lange ich nicht hier war. Das lag daran, dass Feiertagswoche war, auch Golden Week genannt.

Was gefeiert wurde?

China selbst.

Am 1. Oktober ist Nationalfeiertag und in diesem Jahr fiel sogar das Mondfestival auf dasselbe Datum. Also doppelter Grund zur Freude.

Am 3. Oktober haben wir dann mit Freunden den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Mit Grillwurst und Kartoffelsalat.

Anschließend hatten die Kinder eine Woche Ferien. Statt in die Ferne zu schweifen, haben wir Suzhou und das Umland genossen. Das Wetter war stets auf unserer Seite, somit konnten wir viel Vitamin D tanken.

So gerne ich verreist wäre, so schön war es dann doch daheim.

Mit dem Verreisen sieht es derzeit so aus, dass wir, sollten wir China verlassen, mit unserer Aufenthaltsgenehmigung wieder ins Land reisen dürften. Bis Ende September hätte wir dafür ein separates Visum benötigt. Allerdings gilt noch immer die Quarantänezeit und diverse Covid Tests bei Einreise. Die Quarantäneregeln ändern sich auch regelmäßig. Im Moment würde es bedeuten, dass wir für drei Tage ins Quarantänehotel bei Anreise müssten. Wenn dann der Test negativ ist, dürfen wir die restliche Zeit in Suzhou verbringen. Das alles wird selbstverständlich überwacht, damit auch alles korrekt abgegolten wird. Solange das so ist (und ich vermute, es wird noch eine ganze Weile ebenso sein) bleiben wir einfach im Land.

Klar ist China groß und man kann immer wieder neue Ecken entdecken, doch sich nicht frei in der Welt bewegen zu können, es nervt langsam. Erst letztens sah ich einen Film aus den 90zigern, so mit vollen Flughäfen. Und ich fragte mich, ob das in dieser Form je wieder möglich ist.

Ich mag die Stimmung auf dem Flughafen sehr. Wenn Menschen ankommen und staunen. Wenn sie abreisen und traurig sind. Es riecht immer nach Abenteuer. Es ist immer ein Gewusel. Viele Menschen und viele Emotion sind da unterwegs und ich bin mittendrin. Das fühlt sich sehr lebendig an. Sobald sich diese Glastür dann öffnet und ich das Flughafengebäude verlasse, bin ich in einer neuen Welt.

Ich mag das.

Als wir im Sommer im Land gereist sind, da war die Stimmung anders am Flughafen. Die Menschen waren angespannt. Der Flughafen war nicht voll. Teilweise waren die Geschäfte geschlossen. Nichts mit „Last-Minute-Geschenken“. Nichts mit „Flugzeuge starten und landen sehen“. Ja, als die Glastür aufging, war ich in einer anderen Welt. Doch, diese Welt war anders als sonst. Weniger Touristen. Weniger Gewusel. Weniger Leichtigkeit.

Nun ist es, wie es ist und ich bin so froh, dass wir hier alle gesund sind. Der ganze Rest wird sich finden. Neu sortieren. Anders sein.

Veränderung ist irgendwie immer.

Und auch wenn ich lange Zeit dachte, dass ich in meinem Leben solch intensive Zeiten nicht erleben werde. So bin ich gerade mittendrin und kann nur das Beste daraus machen. So wie die Menschen vor mir, die ganz andere globale Krisen erlebt haben.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)
Dschänna

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