Unser 200./201. Wochenende in China

Die letzten Wochen waren gut gefüllt.

Gefüllt mit Besuch, Abschiedsfesten, online Frauenrunde, offline Frauenrunden, schönen Gesprächen, viel Sport und etwas Sightseeing.

Dazwischen habe ich mal gut und weniger gut geschlafen, war zur Massage und habe gekocht. Von allem, was das Leben schöner macht, war etwas dabei. Das freut mich rückwirkend noch genauso sehr wie im Moment des Geschehens. 

Nur eins lässt mich derzeit wirklich böse werden.

Das ist der Moment, wenn ich ein leichtes surren in meinen Ohren hören. Dieses Geräusch, welches ganz leise im Hintergrund startet und dann immer lauter wird. Besonders nachts tritt es vermehrt auf. Und nein, ich meine nicht unsere Baustelle. Die ist im Übrigen in der Endphase. Die letzten Zuckungen des Baggers tragen noch zu Gläserklirren im Schrank bei. Doch Ende des Monats soll es dann geschafft sein. Und so wie die Straße derzeit aussieht (nämlich wie eine Straße) ist das auch nicht ganz abwegig. Ab Juli heißt es dann, Ruhe vor der Haustür. 

Doch zurück zu dem Geräusch des Grauens.

Dieses Summen gibt es nur in den Sommermonaten und ist für mich  – gerade nachts – unaushaltbar. Ich spüre förmlich, wie mich meine Aggressivität packt. Langsam krabbelt sie aus dem Bauchraum nach oben. Bis sie sich dann in bösartigen Worten und handwedelnden Gestiken wiederfindet. Ich spreche von dem Anschleichen der Mücken. Sie robben halt nicht auf dem Boden, sondern steuern immer – wirklich immer – mein rechtes Ohr an.

Mit eben diesem Surren. Es macht mich wahnsinnig. Gerade nachts ist das Aufspüren dieser gemeinen Viecher ein großer Aufwand. Doch sie spielend wieder fliegen lassen geht auch nicht, weil entweder macht mich das Surren verrückt oder sie zerstechen jeden Fleck Haut, der unter der Decke hervorlugt. Was leicht ist, weil es einfach warm ist und nicht die Jahreszeit für langes Nachtzeug und Zudecke bis unters Kinn. Zudem, wenn dann diese Jahreszeit da ist, gibt es auch keine Mücken.

Es ist jedes Jahr aufs Neue ein Dilemma der Hölle. Und auch wenn ich weiß, dass jedes Lebewesen seine Daseinsberechtigung hat, so zweifle ich an dieser. Außer es ist mich schier um den Verstand zu bringen. Dann sind sie auch dieses Jahr wieder gut dabei.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

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