Sommer 2022

Hallöchen. Ich bin’s mit einem Lebenszeichen aus Suzhou.

Uns gibt es noch.

Wir waren verschluckt. Von einem feierlichen Schulende 2021/22, einem heißen Sommer, langen Ferien, einem besonderen Trip und einem noch aufregenden Schulstart.

Aber von vorne.

Nachdem Ende Mai die Schule wieder offline war, zog auch wieder mehr Leichtigkeit in unseren Alltag. Jeder von uns hatte sein Tun und abends konnten wir einander davon berichten. Das lieb ich ja. Beim Essen sitzen und schnacken. Herrlich gemütlich ist das.

Zudem fanden dann noch ein paar Abschlussveranstaltungen statt. Das war großartig. Beide Kinder haben erste Schulabschnitte geschafft und das wurde mit einer Feierstunde zelebriert. Emotional ohne Ende. Da ist mir mal wieder aufgefallen, wir selten bis gar nicht so etwas in Deutschland gefeiert wird. Im Allgemeinen werden Erfolge zu wenig hervorgehoben. Dabei empfinde ich das als so wichtig. Nicht nur von uns Eltern aus, besonders auch von den Lehrern. Warum? Weil die Kinder einfach ihre Erfolge sehen und damit dieses Gefühl von Stolz sein erleben können. Ich finde, das ist für das weitere Leben wichtig, weil man dann alleine dafür verantwortlich ist, sich seine Erfolge sichtbar zu machen. Und was ist an Feiern und gute Laune haben falsch? Nichts! Deswegen müssen wir das einfach öfters machen. Anlass gibt es täglich. Man darf lernen, genau hinzuschauen. 

Nachdem das Schuljahr sehr durchwachsen war und auch die 13 Wochen Homeschooling eine Herausforderung darstellte, war das Ende sehr versöhnlich. 

Vor uns lagen dann 10 Wochen Sommerferien. Puh, voll lange. Klar wäre es eine gute Möglichkeit gewesen, um nach Deutschland zu fliegen. Allerdings waren die Rückreisebedingungen weniger einladend. Deshalb blieben wir hier und haben endlich unseren Trip nach Tibet gemacht. Diese Reise war eine der intensivsten dich ich/wir bisher gemacht haben. Es war mental und körperlich sehr herausfordernd. Allein die Höhe von 3600 m in Lhasa und die 5200 m im Basecamp am Mount Everest haben uns viel abverlangt. Dazwischen atemberaubende Natur, Begegnungen mit Einheimischen und Mönche plus der Besuch im Potala Palast. Ein Erlebnis, das für immer in mir ist. Während ich diese Zeilen schreibe, durchflutet mich Gänsehaut und das Gefühl von Dankbarkeit.

Als wir zurück in Suzhou waren, war die große Hitze da. Diese blieb bis letzte Woche. Wir sprechen von Temperaturen um die 40 Grad, welche sich anfühlten wie 45 Grad. Es war schier unmöglich, vor die Tür zu gehen, weil einfach jede Bewegung bei diesen Temperaturen schmerzte.

Somit fielen Aktivitäten außerhalb einer Klimaanlage aus.

Ich hab mir meinen kleinen Arbeitsraum hergerichtet und kreiert. Das Malen mit Farbe macht so Freude. Unglaublich. Und dann hatte ich sogar die erste Möglichkeit, meine Bilder auszustellen. Es war im Rahmen einer Charity Veranstaltung. Ich war sehr aufgeregt. Am Ende war es ein voller Erfolg. Ich hatte schöne Gespräche mit den Besuchern der Veranstaltung. Meine Bilder außerhalb meiner eigenen Wände zu betrachten, das war so großartig und hat noch mal mehr Inspiration und Motivation freigesetzt. Das schönste Geschenk an dem Nachmittag war das Treffen mit einem Galeristen. Er gibt mir die Möglichkeit, meine Bilder in seiner Galerie auszustellen. Wie verrückt ist das. Kann es immer noch nicht glauben.

Die Kinder sind mittlerweile in einem Alter, dass sie ihre eigenen Vorhaben hatten. Zum einen ist das prima und entspannt mich sehr. Zum anderen wird deutlich, wie groß und selbstständig sie mittlerweile sind. Alles hat eben seine zwei Seiten.

Weggefahren sind wir nicht noch mal. Die Situation gab es nicht her. Zum Ende des Sommers sind die Fallzahlen hier gestiegen und damit das Risiko eventuell beim Reisen festzusetzen. So offen es weltweit die letzten Monate war, genauso anders ist es noch immer in China. Schade.

Heute ist 1. Schultag. Die Kinder waren leicht aufgeregt. Der erste Tag ist immer so besonders und neu. Spannend. Die Temperaturen sind auf normale 26 Grad gesunken. Ein Traum. 

Dass die letzten Monate dann doch so schnell vergangen sind, erstaunt mich. Doch gleichzeitig zeigt es, dass wir eine gute Zeit hatten, von der wir noch lange erzählen werden.

Ich werde gleich zurück an die Farbtuben und freu mich auf die Berichte der Schulkinder am Nachmittag.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

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