So schön kuschelig

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Dschänna hat Erkenntnisse 

Nun sind wir seit 1 1/2 Jahren in China und ganz ehrlich, ich frag mich wo die Zeit hin ist.

Neben all den wunderbaren Ereignissen im Aussen haben wir auch innerlich eine Reise angetreten. Irgendwie klingt das jetzt mega spirituell, doch diese innerliche Prozess ist mehr als das.

Schon in der Vorbereitung wurde deutlich, dass wir mit unseren Überzeugungen und Glaubenssätze in Berührung kamen. Aussagen wie ‚Da essen die doch nur Hund!“ oder ‚Da könnt ihr überhaupt nicht raus, weil da ist immer Smog.‘ bis hin zu ‚wie kann man dieses laute Land ohne Landschaft nur mögen.‘ waren ständig Begleiter. Teilweise hören wir das heute noch. Wie dem auch sei, wir mussten uns mit solchen Vorurteilen auseinandersetzen, weil wir in diesem Land leben und das mit einer positiven Grundeinstellung wesentlicher besser gelingt.

In den ersten Monate war von ‚einfach nur überleben‘ bis hin zu ständigem Staunen über China alles dabei. Und ja, es gab auch die Momente in denen uns dieses ‚anders‘ ganz gewaltig auf den Zeiger ging. Auch heute noch gibt es Situation, da atme ich schwer. Hauptsächlich im Straßenverkehr.

Doch nun ist Halbzeit und irgendwie wirkt das Ende näher als der Anfang. Das ruft etwas Melancholie auf den Plan. Damit einhergehend haben mein Mann und ich über die – bisher -größten Erkenntnisse gesprochen. Da kamen einige zusammen und wenn ihr Lust habt, dann schreibe ich gerne mehr dazu.

Die allumfassende Erkenntnis teile ich jedoch schon heute mit euch, weil es die Erkenntnis ist, die in die anstehenden Entscheidungen miteinfließen wird.

Also, Trommelwirbel:

„Jede Komfortzone ist kuschelig und jede Komfortzone wird irgendwann zu eng.“

Definition laut Wikipedia:

Eine Komfortzone ist der durch Gewohnheiten definierte Bereich eines Menschen, in dem er sich wohl und sicher fühlt und es ihm deswegen leicht fällt, mit der Umwelt zu interagieren. Die Komfortzone ist bei jedem Menschen unterschiedlich und individuell, ebenso wie die Folgen und Anstrengungen, die Komfortzone zu verlassen.“

Als wir nach China gingen, da war das mehr als das Sprengen meiner Komfortzone. Es fühlte sich an wie ein Erdbeben. Alles war ab sofort anders und ich versuchte in diesem neuen Chaos irgendwo Land zu finden.

Jetzt ist dieses Chaos mein Alltag und meine Komfortzone. Dinge, die ich mich vorher nicht getraut habe, tue ich jetzt einfach. Weil ich weiß, wie es geht, weil ich weiß, dass ich da irgendwie schon durchkomme. Weil ich weiß, dass es am Ende weniger schlimm wird.

Das bedeutet, meine persönliche Komfortzone ist größer geworden. Das Kuriose ist nun, dass ich denke, was ist hinter dieser Zone? Was ist hinter der Absperrung? Was wäre, wenn es da noch mehr Dinge gibt, von denen ich derzeit keine Ahnung habe? Was ist, wenn ich noch ganz andere Dinge rocken kann, außer in China zu leben?

Der Mut in neues Gefilde zu springen, ist definitiv größer geworden, auch wenn sich alles derzeit schön kuschlig anfühlt und ich überhaupt keine Lust auf Veränderung habe. Es läuft gerade so schön. Wir fühlen uns wohl und sicher und haben uns schön eingerichtet – in dieser Komfortzone.

Ist das nicht krass? Ich meine, vor zwei Jahren da hab ich tagelang darüber nachgedacht wie es wird und was es wird und ob wir uns dort überhaupt wohlfühlen können. Und innerhalb kürzester Zeit (ich meine, 2 Jahre auf meine Lebenserwartung von mindestens 92 Jahren sind 2,2% meiner ganzen Lebenszeit. Echt nicht viel) ist das alles normal geworden. Alltag. Es hat sozusagen Wohlfühltemperatur erreicht.

Mit dem Wissen, dass man für neue Abenteuer seine gewohnte Komfortzone verlassen muss, fühlen sich neue Entscheidung nicht mehr SO groß an. Vielleicht nur noch groß. Doch die Angst davor ist definitiv kleiner geworden. Weil wir eben wissen, dass sich jedes Ausbrechen aus dieser Zone lohnt. Weil wir erfahren haben, dass wir immer gewinnen. An Erlebnissen, Aha-Momenten und tollen Erinnerungen. Selbst an den Dingen, die sich am Anfang echt mies anfühlen und keine Aussicht auf eine positive Wendung zu lassen. Am Ende wird alles gut.

Unser Denken und Fühlen ist größer geworden. Intensiver. Und es macht so Spaß, neue Ideen, über das was kommt, entstehen zu lassen.

Ich wünsche mir für jeden einzelnen Menschen, dass er einmal aus seiner Komfortzone ausbricht. Neue Dinge entdeckt – in seinem Umfeld und an sich. Neue Erlebnisse schreiben kann, um später Geschichten zu erzählen.

Und ja, es muss ja nicht gleich China sein.

Suoyou de ài  (Alles Liebe)

Dschänna

2 Gedanken zu “So schön kuschelig

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